Ran an die Gewehre!

Ok, ich weiß. Wer mich bei der Wahl der Überschrift sofort durchschaut hat, der könnte vielleicht denken: Der “Witz” ist aber sehr platt. Für die Leute, die mir nicht auf die Schliche gekommen sind: Ich möchte damit auf den bevorstehenden Wechsel von Lukas Podolski zum FC Arsenal London (Gunners) hinweisen. Das Wort gun stammt aus dem Englischen und kann als Waffe, Pistole oder auch Gewehr übersetzt werden. Nun heißt es also vielleicht bald ran ans Gewehr; Poldi könnte  fortan die Tore für Arsenal und nicht mehr für den FC schießen. Es steht eine Ablöse zwischen 18 – 23 Millionen € im Raum. Das würde die Kassen des FC teilweise füllen (einiges geht an Sponsoren, den FC Bayern etc). Mit diesem Geld könnte die Mannschaft neu strukturiert werden (theoretisch).

Zwar ist bis jetzt noch nichts fix, es deutet allerdings alles auf einen Wechsel hin. Vor allem Trainer Solbakken ließ durchblicken, dass man Poldis Entscheidung respektieren müsse. Hauptsache sei, dass er die letzten Spiel voll für den FC zur Verfügung stehe. Nach der stagnierenden Entwicklung des Vereins, den ganzen Machtspielchen zwischen Finke und Solbakken und einem zunehmenden Alter (wird 27) kann man seine Entscheidung durchaus verstehen. So viele Möglichkeiten ins Ausland zu gehen wird er nicht mehr bekommen. Natürlich ist er jetzt im besten Fußballalter, allerdings kann es in diesem Geschäft so schnell gehen. Also muss man die Chance nutzen, nochmal international spielen zu können. Dazu kommt die finanzielle Absicherung für die Familie. In England dürfte Poldi 5-6 Millionen verdienen. Deutlich mehr, als er es beim FC aktuell verdient. Laut goal.com sind aber auch noch die Mailänder Klubs AC und Inter, sowie der FC Schalke 04 im Gespräch. Schalke hat dabei aber keinerlei Chancen, schloß Poldi doch einen Transfer innerhalb der Buli aus (vllt mit Ausnahme von Bayern).

Natürlich liebt Poldi den FC, die Stadt und nicht das Geld. Diese Liebe wird auch in einem extremen Maße erwidert. Doch manchmal reicht Liebe allein nicht aus, um eine Beziehung aufrecht erhalten zu können. Es bedarf vielmehr einem Gesamtpaket aus mehreren Faktoren. In einer Beziehung können dies etwa Punkte wie Geborgenheit, Vertrauen, Sicherheit, Anerkennung und natürlich Liebe sein. Übertragen auf den Fußball spielen durchaus Faktoren wie  wirtschaftliche Sicherheit, sportliches Umfeld & Perspektive und Reputation eine Rolle. Der FC kann Poldi vieles bieten, auch hier verdient er Millionen, er ist der Star der Mannschaft, ein Idol für viele. Nur eines können wir ihm hier nicht bieten: die sportliche Perspektive. Leider ist es gerade das, was einen Spieler wie ihn interessiert. Es ist nicht (nur) das Geld.

Wie geht es also weiter mit unserem geliebten FC? Mein geschätzer Blog-Kollege Andre von spielfeldrand-magazin.de machte sich da auch so seine Gedanken. Es lohnt sich, diesen Artikel zu lesen. Auch ich bin der Meinung, dass es nun erstmal auf die Gegenwart ankommt. Alles andere ist noch Zukunftsmusik – wenn auch nicht mehr lange. Wichtig ist, dass nun alle an einem Strang ziehen. Vor allem Finke und Solbakken brauchen eine einheitliche Linie, einen gemeinsamen Fahrplan. Nur so kann die Karre aus dem Dreck gezogen werden. Dazu bedarf es auch endlich einen Präsidenten, der den FC nach außen hin vertreten kann, gute Verbindungen zur Wirtschaft und zum Sport pflegt und eine Führungspersönlichkeit darstellt. Gut, dass sich die zuständigen Person en für die Suche nach dem Präsidenten etwas Zeit lassen. Allerdings sollte es nicht zu lange dauern. Selbst Deutschland findet schneller einen neuen Bundespräsidenten als der FC (das mag nicht unbedingt etwas heißen).

Hauptsache ist, dass wir am Sonntag drei Punkte gegen Hoffenheim holen. Einige Spieler werden wohl wieder zurückkehren (sicher sind Peszko und Brecko), Poldi hat sich derweil  im Training schon ordentlich warm geschossen. Es heißt kämpfen um jeden Millimeter, Schönspielen ist nicht nötig. Es zählt nur noch eines: Drei Punkte!

 

3 Antworten : “Ran an die Gewehre!”

  1. Andre sagt:

    Genau deiner Meinung ;)

    Es ist eine vertrackte Situation aktuell. Über den HSV hab ich gelacht, als die ewig brauchten, um eine neue sportliche Führung zu finden. Und nun gelingt es uns nicht einen Präsidenten vorzustellen und in der Führungsriege eine Linie zu erstellen. Solbakken wirkt auf mich aktuell nicht mehr so gelöst, wie noch zum Anfang. In Interviews wirkt er fast schon resignierend und ratlos. Verständlich bei der aktuellen Situation, aber das wird der Mannschaft nicht helfen.

    Hoffentlich ziehen sich die Spieler mit einer starken Leistung in Hoffenheim selber aus dem Dreck.

  2. Mean Lean sagt:

    Hallo, sprechen Sie Englisch?

    Ich würde gerne ein paar Fragen stellen, die auf meiner Website veröffentlicht werden könnten. Bitte kontaktieren Sie mich via Twitter oder via http://www.arsenalvision.co.uk arsenalvision. Ich würde es wirklich schätzen, danke.

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